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Feldpostkarten

(1. Karte) Diese sehr sorgfältig gearbeitete Bleistiftzeichnung zeigt einen Soldaten mit Gewehr, Pickelhaube und Patronentaschen. Er steht in einer friedlichen Landschaft, im Hintergrund, hinter den Bergen, die aufgehenden Sonne. In der rechten Hand hält er einen Zweig, wahrscheinlich einen Ölzweig als Symbol des Friedens, seit dem alttestamentlichen Bericht über Noah auch als Zeichen für die zur Harmonie zurückkehrende Natur.


Dazu passen die auf der Rückseite in kultivierter Schrift festgehaltenen (auch sehr persönlich formulierten) Empfindungen:


„Mein einziger Wunsch ist, dass der Krieg bald ein Ende nehme, damit wir gesund und munter wieder zusammen leben können. Mit Deinem Geburtstag jährt sich auch zum 12. Mal der Tag, an dem wir auf ewig verbunden wurden.
….Dein Gustav (Geilenbrügge)“

Der Brief wurde offensichtlich in einen Briefumschlag gesteckt und trägt kein Datum. Eine genauere zeitliche Einordnung ist nachträglich möglich. Nach Auskunft der Enkelin haben Anna und Gustav Geilenbrügge am 23. April 1903 geheiratet. Also ist die Karte auf den 23. 4.1915 zu datieren. Gustav Geilenbrügge hat den Krieg überlebt. Er ist am 19. März 1953 – wenige Wochen vor seiner Goldenen Hochzeit – 77 jährig gestorben.

Auch die andere Karte (2. Karte) aus der Hand Gustav Geilenbrügges ist bemerkenswert. Sie ist – ebenfalls künstlerischgestaltet, allerdings mit anderer Thematik – auf Birkenrinde geschrieben. Streng genommen, stammen die beiden Dokumente nichtaus der „Schatztruhe der Heimatstube“. Sie sind Leihgaben zur Ausstellung „Erster Weltkrieg“. Seit Eröffnung der Ausstellung sind dem Heimat- und Geschichtsverein in reichem Maße weitere Erinnerungsobjekte zugekommen, die eine erhebliche Erweiterung und Veränderung bedeuten.